Österreich baut auf Ökostrom
In den letzten Monaten haben immer mehr Länder signalisiert, dass sie sinnvolle Konsequenzen aus der Fukushima Atomkatastrophe ziehen wollen. Vor allem europäische Länder, die schon zuvor angefangen hatten, in einzelnen Aspekten auf Naturstrom zu setzen, wollen dies in Zukunft jetzt noch verstärkter tun.
Dazu gehört auch unser Nachbar Österreich. Im Zeichen der Energiewende wurde im letzten Monat vom Nationalrat ein Gesetz zum Ökostrom beschlossen. Durch dieses Gesetz wird die jährliche staatliche Förderung für erneuerbare Energien von momentan 21 Millionen Euro auf 50 Millionen erhöht. Auf diese Weise wird angestrebt, dass bis 2020 ca. 85 % allen Strombedarfs durch Ökostrom abgedeckt wird. Zur Zeit beläuft sich die Zahl noch auf 68 % für Gesamtösterreich, was aber schon mehr ist als in vielen anderen europäischen Ländern.
Die veränderte Energiepolitik in Österreich soll aber nicht nur die Energieversorgung revolutionieren, sondern auch den Staat unabhängig von importiertem Atomstrom machen. Stattdessen plant Österreich, demnächst Ökostrom zu exportieren. Zur großen Freude der Befürworter dieser Energiepolitik stimmten alle vier im Nationalrat sitzenden Parteien zu, so dass die beschlossenen Investitionen in Anlagen für die Nutzung von Wasserkraft, Windkraft, Biomasse und Photovoltaik gesichert sind.

Altenberg nutzt Windenergie und Photovoltaik
Glühendes Beispiel für die Nutzung erneuerbarer Energien stellt die Gemeinde von Altenberg in der Nähe von Linz dar. Besonders zu erwähnen wäre da ein spezieller landwirtschaftlicher Betrieb von Elfriede und Franz Weber. Schon 1992, kurz nachdem Franz Weber den Betrieb von seinen Eltern übernommen hatte, errichtete er eine Photovoltaikanlage und gewann dadurch Strom für seinen eigenen Bedarf.
Inzwischen wird nicht nur fast der gesamte landwirtschaftliche Betrieb inklusive der verwendeten Produktionsmaschinen, sondern auch das Wohnhaus mit elf Mietwohnungen zum größten Teil von der hauseigenen Windkraftanlage sowie der Photovoltaikanlage versorgt.
Der Bürgermeister von Altenberg Ferdinand Kaineder ist hocherfreut, dass seine Gemeinde sich durch seine Bemühungen, Ökostrom zu nutzen, positiv von anderen Gemeinden in Österreich absetzt. Kaineder versucht durch Veranstaltungen verschiedener Art, die Bevölkerung für die Stromerzeugung durch erneuerbare Energien zu gewinnen. Beispielsweise fand vor Kurzem die Veranstaltung „Tag der Sonne – Altenberg spart Strom“ statt, bei der sich Bürger über alternative Energieversorgung informieren konnten.