Deutsche Energieversorgung im Wandel
Schon bald findet im September dieses Jahres der 8. Deutsche Regulierungskongress in Berlin statt. Vom 27. bis 28. September werden sich nationale und internationale Zuständige für Regulierungsaspekte über alle Themen, die im Zusammenhang mit der derzeitigen Energiewende auseinander setzen.
Bei diesem Kongress steht vor allem im Vordergrund, dass die deutsche Energieversorgung inzwischen nach anderen Prinzipien funktioniert, als dies noch vor wenigen Jahren der Fall war. Dieser Prozess wird nach Ansicht von Experten in den kommenden Jahren und Jahrzehnten nicht nur anhalten, sondern auch noch mehr Fahrt als schon bisher aufnehmen.
Der größte Unterschied im Verhältnis zu früher besteht darin, dass erneuerbare Energien wie Solarenergie, Wind- und Wasserkraft eine deutlich größere Rolle bei der Stromversorgung spielen. Hinzu kommt in diesem Jahr außerdem auch, dass der Atomausstieg jetzt doch viel rascher umgesetzt werden soll, als dies zuvor geplant war. All diese Punkte müssen selbstverständlich bei der Diskussion um die Chancen und Anforderungen an das Stromnetz, die Energieversorgung an sich und ähnliche Gegebenheiten berücksichtigt werden.

Alle Parteien der Stromversorgung an einem Tisch
Bei dem diesjährigen Regulierungstreffen wird in ganz besonderem Maße Wert darauf gelegt, dass sämtliche interessierte und beteiligte Parteien ein Forum für ihre jeweiligen Ansichten finden. So werden neben Sprechern der Netzbetreiber auch der Präsident der Bundesnetzagentur, Abgesandte der Europäischen Kommission, Repräsentanten von Stadtwerken sowie andere Zuständige sich vor Ort austauschen und verschiedene Problempunkte abarbeiten.
Insoweit sind sich alle beteiligten Personen einig, dass die Netze für Strom und Gas in den nächsten Jahren ausgebaut werden sollen. Allerdings existieren verschiedene Meinungen darüber, wie schnell und in welchem Ausmaß dieser Prozess von statten gehen soll. Die Bundesnetzagentur sieht z.B. die beschlossene Rendite von 9,29 % für neue Investitionen als angemessen an, während die Netzbetreiber darauf drängen, dass diese Summe erhöht und der Ausbau der Stromnetze stärkt gefördert wird.
Gerade die Zunahme an Ökostrom durch erneuerbare Energien sorgt dafür, dass mehr Strom als bisher eingespeist werden muss, zumal gleichzeitig dieser Strom nur selten oder mühsam gespeichert werden kann. Daher sehen viele der Regulierungszuständigen, dass neue Anforderungen an das deutsche Stromnetz gestellt werden müssen. Der aus den Reihen der Europäischen Kommission gesandte Georg Wilhelm Adomowitsch wird auch darüber sprechen, wie internationale Projekte ermöglicht werden können, auch wenn teilweise nationale Begrenzungen vorliegen, die die Zusammenarbeit erschweren.
Als weitere Themen sind die Dezentralisierung der Energieversorgung, die daraus erwachsende Rekommunalisierung sowie der Service für den Verbraucher sein. Bei Fragen zum Regulierungskongress steht Dr. phil. Nadja Thomas, die Senior-Pressereferentin vom EUROFORUM Deutschland SE, zur Verfügung.