Strom, Windenergie|23. August 2011 14:07

Mehr Windenergie für Schleswig-Holstein

Regionalpläne für Windkraftanlagen im Netz

Bereits vor zwei Monaten war in einem Grundsatzbeschluss entschieden worden, dass im Bundesland Schleswig-Holstein die Nutzung der Windkraft noch erheblich ausgebaut werden soll. Inzwischen liegen im Internet die Regionalpläne der Landesregierung in Kiel vor. Hier können sich Behörden, Verbände, Privatpersonen und Vereine die Pläne noch bis zum 15. November diesen Jahres anschauen.

Die Fläche für Windkraftanlagen soll auf mehr als das Doppelte des bisherigen vergrößert werden: Geplant sind derzeitig ca. 22.800 Hektar. Dafür wurden über 200 potenzielle Gebiete als Standorte für Windräder ausgesucht. Auf welchen dieser Gebiete letztlich tatsächlich Windkraftanlagen errichtet werden, steht noch nicht fest. Zuvor muss erst noch überprüft und diskutiert werden, ob diese für die Nutzung von Windenergie auch geeignet sind. Vor allem der NABU (Naturschutzbund Deutschland) drängt darauf, dass die Umweltverträglichkeit genau getestet wird. Denn auch wenn Windenergie zu den erneuerbaren Energien gehört, muss dafür eine recht große Fläche verbaut werden.

Windräder und Windkraftanlagen in Schleswig-Holstein

Schon jetzt vor der Realisation der neuen Baupläne, gehört Schleswig-Holstein zu den Bundesländern mit den meisten Windkraftanlagen. Über 9.000 Hektar werden bereits im Moment für die Nutzung von Windenergie eingesetzt. Die ältesten Windkraftanlagen stehen bereits seit über zehn Jahren und die Bürger haben sich inzwischen größtenteils daran gewöhnt.

Windkraftanlage für Bürger: Viele Vorteile

Ein Windpark, an dem direkt die Bürger vor Ort beteiligt sind, kann am besten dafür sorgen, dass letzte Ressentiments gegen Windräder abgebaut werden. Hier profitieren die Bürger unmittelbar finanziell von einer Windkraftanlage. Dadurch können sie sich besser arrangieren, wenn Windräder die Aussicht verstellen oder Flächen, die eigentlich landwirtschaftlich genutzt werden sollten, für einen Windpark gebraucht werden. Von vornherein werden bei einem solchen Windpark die betroffenen Bürger am Projekt beteiligt und können mitentscheiden, wo die Windräder aufgestellt werden. Die beteiligten Bürger verdienen zudem direkt Geld durch die Windkraftanlage. So kann gerade auch in einer Region mit schwacher Infrastruktur eine ungeahnte Einnahmequelle genutzt werden, die für einen gewissen Wohlstand sorgen kann.

Einer der ersten Windparks für Bürger war die Windkraftanlage in Ellhöft. Nachdem schon 1995 erste Planungen begannen, stehen hier inzwischen sechs Windräder. Insgesamt wird im Jahr bis zu 18 Millionen Kilowatt erzeugt. Das ergibt den Strom für ca. 4.000 Haushalte. Von allen Einwohnern Ellhöfts sind mit 50 die meisten Bürger des Dörfchens Gesellschafter für die Windkraftanlage. Die 8,5 Millionen Euro, die damals noch in D-Mark investiert wurden, sind inzwischen längst wieder reingeholt. Als Ausgleich für die verbaute Fläche zur Nutzung von Windenergie wurden 7,5 Hektar als Land für ein Vogelschutzgebiet reserviert.

  • Teilen Sie diesen Beitrag:
  • Facebook
  • Twitter
  • Delicious
  • Digg