Der Landkreis Harburg hat vor kurzem ein neues Regionales Raumordnungsprogramm als Kabinettsbeschluss verabschiedet, wodurch eine stärkere Konzentration auf Windkraft als Stromlieferant enthalten ist. Teilweise wird in dieser Region fieberhaft nach neuen Flächen gesucht, auf denen Windkraftanlagen und Windparks errichtet werden können.
Lüneburg: Kampf mit den „Windmühlen“
Vor allem Lüneburg hat Befürchtungen, die Auflagen vom Landkreis nicht erfüllen zu können, denn nach dem neuen Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) soll bis zum Jahre 2020 der komplette Strombedarf der Region allein durch Windräder erzeugt werden. Hinzu kommt, dass Lüneburg bisher dafür vorgesehene Flächen für Windenergieanlagen nicht wird nutzen können, da diese vom Verwaltungsgericht Lüneburg abgelehnt wurden. Bis neue mögliche Flächen gefunden werden können, kann einige Zeit vergehen. Denn bevor an einem Platz eine Windkraftanlage entstehen darf, müssen erst genaue Bestimmungen eingehalten werden. Außerdem muss die Bevölkerung vor Ort als Befürworter oder noch besser als Teilhaber der Windräder gewonnen werden. Solche Bürgerwindparks werden aufgrund von einer größeren Anzahl von Investoren schneller gebaut und stellen eine gute Möglichkeit dar, auch infrastrukturschwache Regionen zu unterstützen.

Stade setzt vor allem auf Repowering der Windkraftanlagen
Andere Städte und Gebiete haben es da schon deutlich besser als Lüneburg. Besonders Stade muss den Kabinettsbeschluss aus Hannover nicht fürchten. Stades Landrat Michael Roesberg erklärt beispielsweise, dass Stade keinen Grund hätte, sich unter Druck gesetzt zu fühlen. Schon zur Zeit stammten ca. 300 Megawatt an Strom allein aus der Windenergie, das ist ca. das Doppelte dessen, was der Landkreis Harburg verlangt. Außerdem wird in Stade ein Regionales Raumordnungsprogramm 2012 durchgesetzt, das den Bau neuer Windräder und Windparks schon beinhaltet. Die neuen Windkraftanlagen sollen demnächst dann bis zu 600 Megawatt Strom produzieren, ebenso viel wie es früher das Atomkraftwerk vor Ort getan hat.
Neben dem Neubau weiterer Windenergieanlagen investiert Stade zudem noch in das Repowering der bereits bestehenden Windgeneratoren. Repowering, das bedeutet Modernisierung, denn bereits dadurch lässt sich mit einer Windkraftanlage wesentlich mehr Strom erzeugen als mit einer veralteten Anlage. Darüber hinaus beinhaltet der RROP auch die Änderung, dass zukünftig Windräder höher sein dürfen als bisher. Dadurch lässt sich pro Windkraftanlage mehr Strom gewinnen und auf einer kleineren Fläche können mehr Windräder aufgestellt werden. Mit den neu geplanten und effizienteren Anlagen steht der Nutzung von Windenergie in Stade und Umgebung nichts mehr im Wege.