Derzeitig erleidet das Bundesland Baden-Württemberg große Engpässe bei der Gasversorgung. Schuld sind mehrere Gaslieferungen aus Russland, die ausgeblieben oder verringert worden sind. Energieversorger und Teile der Industrie haben daher bereits weniger Erdgas von dem für Baden-Württemberg zuständigen Gasversorger erhalten. Das Gas für private Haushalte allerdings ist zur Zeit immerhin noch nicht knapp, auch wenn hier nur mit Mühe ein Lieferengpass vermieden werden konnte.

GVS informiert Großkunden über gefährdete Gasversorgung
Laut der Gasversorgung Süddeutschland Netz (GVS) ist dies keine ungewöhnliche Situation. Alle paar Jahre würde die Gasversorgung unter Engpässen leiden. Als Grund für die Probleme wurde angegeben, dass die letzten Gaslieferungen aus Russland knapper ausgefallen wären als sonst.
Letzten Donnerstag richtete die GSV-Netz schon eine Sondereinheit ein, die sich mit der Situation auseinander setzen soll. Seit Freitag letzter Woche hat sich die Lage so sehr verschlimmert, dass die von der GSV-Netz versorgten Großkunden einen Brief mit der Bitte bekommen haben, Gas einzusparen. Das bedeutet, wenn vertraglich möglich, sollen die Großkunden Lieferungen stoppen oder zumindest verringern.
Die knappe Gasversorgung hat bereits direkte Auswirkungen auf die Industrie ausgeübt: So nahm das Karlsruher Rheinhafen-Dampfkraftwerk (RDK) einen Block des Kraftwerks vom Gasnetz. Dies teilte jetzt die EnBW mit.
Gründe für die Engpässe der Gasversorgung
Die Ursachen für die verringerten oder gekappten Gaslieferungen aus Russland liegen darin, dass der Gasversorger Gazprom wegen der besonders kalten Witterung Schwierigkeiten hat, den heimischen Markt zu versorgen und deshalb die Gaslieferungen in den Westen begrenzt hat. Aktuell bezieht Deutschland etwa 40 % seines kompletten Bedarfs an Gas allein aus Russland, so dass die Abhängigkeit recht hoch ist.