Solarenergie|4. April 2012 11:36

Solaranlagen Hersteller Q-Cells steht vor der Insolvenz

Obwohl die deutsche Bundesregierung eine Abkehr von der Nutzung der Atomenergie erklärt hat, stecken viele deutsche Photovoltaik Unternehmen in der Krise. Nachdem es bisher die Solarenergie Firmen Solar Millennium, Solon und zuletzt Solarhybrid getroffen hat, ist nun der Solarzellen Produzent Q-Cells von einer Insolvenz und ihren Auswirkungen gefährdet.

Am gestrigen Dienstag wurde ein Insolvenzverfahren eingeleitet, bei diesem wurde Rechtsanwalt Henning Schorisch zum vorläufigen Verwalter ernannt. Wie auch die bisherigen Verlierer in der deutschen Solarbranche leidet Q-Cells an zwei Problemen: Zum einen hat die deutsche Bundesregierung eine erhebliche Kürzung der Förderungen für die Solarkraft umgesetzt und zum anderen sinken momentan die Preise für Solarzellen und Solaranlagen massiv. Dies liegt vor allem an der wachsenden Konkurrenz aus China, die mit günstigeren Solar Produkten Profit machen kann.

Q-Cells: Keine reelle Lösung in Sicht

Wie es mit dem hoch verschuldeten Solarzellen Hersteller Q-Cells weitergeht, ist derzeitig noch unklar. In Deutschland und Malaysia werden alles in allem 2.200 Mitarbeiter beschäftigt. Das Schicksal dieser Belegschaft wird seit dem Insolvenzantrag auch in der Politik diskutiert. Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), betrachtet das Insolvenzverfahren zwar als Startschuss für eine Lösung, die nun in Angriff genommen werden kann. Zugleich steht aber auch fest, dass das Bundesland unmöglich die 580 Millionen hohen Schulden von Q-Cells schultern kann.

Auch andere Photovoltaik Unternehmen unter Druck

Die aktuelle Krise betrifft aber nicht nur diese Firma, sondern auch noch weitere deutsche Unternehmen aus der Solarbranche. Gerade auch Phoenix Solar ist von den Kürzungen der Förderungen für Solarkraft gefährdet. Ein Kredit über ca. 150 Millionen Euro, den Phoenix Solar von einer Bank aufnehmen musste, steht auf der Kippe: im dritten Quartal 2011 waren Bedingungen für die Gewährleistung des Kredites nicht mehr vollständig gegeben, so dass die Aktien von Phoenix Solar zuerst im Wert um 30 Prozent sanken und inzwischen auf ein Niveau von 40 Prozent gefallen sind. Aktuell liegen die Aktienwerte bei ca. 0,126 Euro.

Daraufhin hat der Hersteller von Solaranlagen Phoenix Solar ein Restrukturierungskonzept begonnen, so dass die Finanzierung bis Ende Februar 2012 hätte stehen sollen. Aufgrund der hohen Kürzungen der Solar Förderungen klappte dies jedoch nicht und Verzögerungen traten ein.

Conergy, ein weiteres Unternehmen aus der Photovoltaik Branche, hofft dagegen für 2012 auf eine Verbesserung der Situation: Laut Vorstandschef Philip Comberg sei Conergy auf einem guten Wege. Durch einen Umbau des Unternehmens und die allgemeinen Branchenprobleme war der Hersteller von Solaranlagen letztes Jahr in die rote Zahlen abgesackt. Doch für das kommende Geschäftsjahr wird ein positiver Umsatz erwartet, auch wenn auf einem geringen Niveau. Um wieder aus der Krise herauszukommen, möchte sich Conergy auf die Märkte in Nordamerika und Asien konzentrieren, die noch ausbaufähig sind.

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