Gas|27. April 2012 12:45

Greifswald: Immer mehr Autofahrer nutzen Gasautos

In den letzten Jahren ist in Greifswald ein deutlicher Anstieg beim Kauf von mit Gas betriebenen Autos festzustellen. Als Grund kann man vor allem die ständig steigenden und in den letzten Monaten geradezu explodierten Benzinpreise nennen. Inzwischen verfügen fast ein Prozent aller Autofahrer in Greifswald über ein Auto, das mit Gas angetrieben wird. Während 2007 erst 109 Gasautos für die gesamte Stadt gab, sind es heute schon 197. Die Nachfrage steigt weiterhin kontinuierlich.

Werkstätten stellen lohnenden Umbau auf Gasabtrieb zur Verfügung

Auch die Autowerkstätten richten sich teilweise schon darauf ein, dass eine andere Energieversorgung beim Auto möglich ist. Bisher bieten fünf Werkstätten eine Umrüstung auf den Betrieb mit Autogas an. Darunter fällt auch das Autohaus Scholwin-Thorn, das seit Anfang 2012 Benziner in ein Gasauto transformiert. Die Geschäftsführerin Dirka Scholwin-Thorn konnte in erster Linie in den vergangenen Monaten feststellen, dass die Nachfrage wächst. Immer mehr Kunden fragen nach, ob man auch ihre Fahrzeuge auf Autogas umstellen kann.

Scholwin-Thorn schätzt Autogas als äußerst wirtschaftliche und zugleich umweltfreundliche Antriebsquelle fürs Auto ein. Die Preise fürs Autogas liegen für Tankstellen bei der Hälfte von Super Benzin. Bis 2018 ist dabei auch keine Änderung zu erwarten, da der Preis für Autogas mit den Benzinpreisen verknüpft ist.

Zwar stellt Gas keine erneuerbare Energiequelle dar, aber im Gegensatz zu herkömmlichem Benzin bietet es dennoch erhebliche Vorteile: Zum einen entstehen als Emission kaum Ruß oder Schwefel, zum anderen läuft ein Gasauto leiser als ein Dieselfahrzeug.

Greifswald besonders gute Voraussetzungen für Gasversorgung

Allerdings ist festzustellen, dass die Stadt Greifswald und auch der Kreis Vorpommern-Greifswald besonders gute Bedingungen für Gasautos bietet. Jens Hennel beispielsweise, der schon 2009 sein erstes Fahrzeug zum Gasbetrieb umbauen ließ, findet auf seinem Weg zum Arbeitsplatz in Rostock insgesamt vier Tankstellen für Autogas. Drei davon liegen allein in der Stadt selbst. Denn der ADAC-Sprecher Christian Schäfer urteilt, dass die Flächendeckung für Tankstellen mit Gasversorgung in Deutschland noch nicht besonders gut aussieht. Gerade auch in Mecklenburg-Vorpommern sähen die Chancen nicht rosig aus.

Trotzdem vertritt Schäfer die Ansicht, dass die Umstellung auf Gas Sinn für Pendler mit ständig gleichen Wegen macht. Zumindest, wenn sie wissen, dass sie ausreichend Gastankstellen auf ihrem Weg haben. Der Umstieg auf Autogas ist 2.500 teuer, nach etwa 50.000 Kilometer sind diese Kosten wieder eingefahren. Immerhin muss man für einen Liter Autogas nur 80 Cent bezahlen, während für einen Liter Super Benzin schon 1,73 Euro anfallen können.

Wer jedoch immer unterschiedliche Wege benutzt, dem empfiehlt der ADAC-Sprecher lieber Diesel als Antriebsquelle. Zudem sollte Gas nur eine Übergangslösung darstellen, bis Hybridwagen oder Elektroautos genügend ausgereift und wirtschaftlich wären. Diese werden seiner Meinung nach in naher Zukunft das Rennen definitiv für sich entscheiden.

Gasauto behält Benzintank

Der 46-jährige Jens Hennel bedauert den Umbau seines Fahrzeuges jedoch keineswegs. Er fährt am Tag bis zu 160 Kilometer und findet auf seinem Wege genügend Gastankstellen. Der Benzintank seines Autos wurde nicht ausgebaut, sondern nur durch einen Gastank ergänzt. Auf diese Weise kann er bei Bedarf zwischen Benzin und Gasantrieb hin- und her schalten.

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